Montag, 22.10.2018 17:16 Uhr

Türkei - Tourismusbranche stöhnt

Verantwortlicher Autor: Marc Störmer Istanbul, 23.05.2018, 17:22 Uhr
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Istanbul [ENA] Die türkische Tourismusbranche stöhnt. Leere Hotels, leere Strände und die Buchungen für die Sommersaison 2018 lassen auf sich warten. "Wenn es nach Erdoğan geht", so ein Vertreter der Tourismusbranche, "dann werden hier künftig nur noch Touristen aus den islamischen Nachbarländern bei uns buchen. So kann das nicht weiter gehen.“ Und damit spielt er auf die vielen Unternehmer an, die bereits hingeschmissen haben.

Recep Tayyip Erdoğan ist das egal. Sein Islamkonservativer Kurs hat die Einnahmen zahlreicher Unternehmer aus dem Touristikgeschäft ruiniert. In vielen Hotels gähnende Leere und die Touristen aus Europa fehlen in vielerlei hinsicht, hauptsächlich jedoch wegen ihrer Zahlungskraft. Doch nicht nur die Touristen bleiben aus, auch die türkischstämmigen Heimfahrer kehren nicht wie gewohnt in die Türkei zurück.

Cem C.: „Ich kann nicht mehr in meine Heimat. Einmal etwas gegen Erdoğan bei Facebook gepostet... neee, da steh ich jetzt auf der schwarzen Liste", sagt er wütend und ergänzt: „Meine ganze Familie, meine Eltern und Großeltern sind in der Türkei und selbst die haben gesagt - bleib in Deutschland, Junge!“ Wenn es das ist, was der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan erreichen wollte, kann er sich dafür auf die Schultern klopfen. Vielleicht der letzte, der ihm auf die Schultern klopft, andernfalls dürfte der Beitritt der Türkei in die EU Geschichte sein, denn die Schäden die Erdoğan anrichtet sind für lange zeit nicht reversibel.

So wie Cem C. geht es vielen Türken bzw. türkischstämmigen Deutschen in Deutschland. Egal ob jung oder alt. Viele überlegen es sich zweimal, ob sie in ihre Heimat reisen um dort den Urlaub zu verbringen oder die geliebte Familie besuchen. Das Risiko ist ihnen einfach zu groß. In der Türkei drohen ihnen mögliche Repressalien. „Die Angst fährt immer mit“, so ein Freund von Cem C., der dieses Jahr trotzdem wieder seinen Urlaub in Antalya bei seinen Großeltern verbringt.

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