Freitag, 17.08.2018 10:57 Uhr

Tour des Grands Ducs in Burgund

Verantwortlicher Autor: Edgar Hungs EUPEN / Belgien, 24.05.2018, 15:49 Uhr
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Das O2 Team Liège mit Michael Hungs (Mitte) im gelben Trikot des Spitzenreiters nach dem Mannschaftszeitfahren.
Das O2 Team Liège mit Michael Hungs (Mitte) im gelben Trikot des Spitzenreiters nach dem Mannschaftszeitfahren.  Bild: Edgar Hungs

EUPEN / Belgien [ENA] Diesmal berichte ich über eine etwas andere Rundfahrt. Ein wenig entfernt von dem üblichen Campingplatzflair, aber nicht desto erlebnisreicher und eindrucks-voller. Wir betreuen das Fahrradteam des Lütticher Clubs „O2 Team Liège“ während der Dreitagesrundfahrt in Burgund.

Diese trägt den klangvollen Namen „Tour des Grands Ducs“ und führt uns in das Umland von Dijon, der Regionalhauptstadt des Département Côte d’Or. Kleine nicht unbedeutende Orte dienen als Start- oder Zielort des Amateurrennens, rund um die ersten Weinberge des berühmten „Vin de Bourgogne“. Noch sind die Reben klein und zart. Doch in wenigen Monaten sollen sie die Hoffnung der Winzer auf einen guten Jahrgang erfüllen. Sonne und Wärme erhalten sie in diesen Tagen reichlich. Ungestörte Lebensräume vermitteln den Eindruck, dass hier nicht nach den strengen Regeln der Ordnungsliebe gehandelt wird. Unaufgeregt und lebensfroh sprechen uns die Einwohner an. Hier bestimmt nicht die Uhr den Lebensrhythmus.

In der „Boulangerie“ bei Nicolas gibt es neben der „Baguette“ frische Croissants, Pains au chocolat oder Pains aux raisins. Nicolas ist stolz auf sein Handwerk und seinem „produit artisanal“. Einen Überlebungskampf gibt es nicht. Er hat eine treue Kundschaft. Melancholisch spricht er, dass es (noch) keinen Nachfolger gibt. Neben den Backwaren liegt die Wochenzeitung der Region. „Le bien public“ und eine Vielzahl Lose der „Lotterie nationale“. Samstags gibt es immer die frische „brioche“. Mit einem französischen Kaffee eine wahre Delikatesse. Dazu die Landbutter: beurre à la moutarde de Dijon. Heute mal ein wahrer Herzog sein.

Châtillon-sur-Seine liegt wohl an dem bekanntesten Fluss Frankreichs: der Seine. Hier wirkt sie noch jung, bescheiden und lieblich. Leise flüstern die Flusswellen neben dem Rattern der Zahnräder des vorbeihuschenden Fahrerfeldes. Innerhalb der Ortschaft teilt der Fluss mehrmals seinen Lauf. Kleine grüne Insel bilden botanische Oasen nicht nur für die Vögel. Zahlreiche kleine Brücken und Stege geben dem Ort ein venezianisches Aussehen. Im ‚Musée du Chätillonnais‘ befindet sich der Schatz von Vix. Dieser war 1953 nahe Vix am Mont Lassois aus dem Grab einer keltischen Prinzessin geborgen worden. Kleine verborgene Schätze, wertvoll und einmalig!

Wir ziehen mit der Tourkarawane weiter. Diesmal nicht sesshaft. Wir erreichen Brochon unterhalb von Dijon. Einverleibt in einer modernen Schule liegt das Neo-Renaissanceschloss von Brochon, erbaut im Jahre 1898 durch Stephen Liegard, dem Namensgeber der Region „Côte d’Azur“. Der Unterpräfekt bezeichnete die Region am Mittelmeer in Anlehnung an die heimatliche Côte d’Or. Hier beginnen auch die Weinberge, Markenzeichen der Gegend. Am Morgen wirkt Alles noch ruhig und gelassen, wenig Autoverkehr. Die Streckenposten haben ein leichtes Spiel. Die typischen burgundischen Dachziegel auf den Häusern und Türmen erstrahlen in ihren warmen Farben im morgendlichen Sonnenschein.

Am Ende erreichen wir wieder die Stadt mit der schönsten Altstadt Frankreichs: Dijon. Im „Parc de la Colombière“ waren wir gestartet und unser Nomadenleben endet auf dem Campingplatz in der grünen Lunge der Stadt, am ‚Lac Kir‘. Die burgundische Aristokratie entdecken ist unser nächstes Ziel. Bleibt zum Schluss das Sportliche der Rundfahrt zu erwähnen. Unser Rennteam gewann 4 der 5 Etappen; unser Sohn Michael durfte einen Tag das gelbe Trikot des Spitzenreiters tragen, sein ostbelgischer Kollege Jérome Schumacher wurde Zweiter der Gesamtwertung und das gesamte Team gewann die Mannschaftswertung. Tolle Erfolge in der Sonne von Burgund. Allez, allez les coureurs!

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