Nicht bloss eitel Sonnenschein in Nordafrika
Jerusalem [ENA] Man hätte sich fast schon daran gewöhnen können, dass alle paar Wochen im Nahen Osten neue Friedens- oder Normalisierungsverträge seitens arabischer Staaten mit Israel geschlossen würden. Vier waren es letzthin. Doch eben haben Tunesien und Algerien einem israelischen Passagierflugzeug, in dem der Schwiegersohn des US-Präsidenten drin sass, auf dem Weg von Tel Aviv nach Marokko Überflugrechte verweigert.
Gemäss der tunesischen Fernsehstation „Nessma“ wurde das israelische Flugzeug auf seinem feierlichen Jungfernflug Nr. 555 genötigt, eine ziemlich weite Schlaufe über Griechenland, Italien und Spanien zu durchmessen, bevor es in Marokkos Hauptstadt Rabat landen konnte. Das algerische Online-Medium „Al Nahar“ verstieg sich sogar zur polemisch-feindseligen Behauptung, böswillige und täuschende Quellen würden die lügenhafte Nachricht verbreiten, wonach ein „zionistisches Flugzeug“ nordafrikanische Hoheitsgebiete überquert hätte. Offizielle Verlautbarungen aus Tunesien und Algerien hierzu gibt es keine, doch das marokkanische Onlineportal „As-Sahifa“ bestätigte in der Folge den Sachverhalt.
Den Zwischenfall könnte man ignorieren, entblösste er nicht nach wie vor irrationale Verhaltensweisen der arabischen Welt gegenüber dem jüdischen Staat. Während Saudiarabien, das jahrzehntelang Israel boykottiert hatte, inzwischen den Himmel für israelischen Passagier- und Frachtverkehr öffnete, verweigern sich andere moslemisch dominierte Staaten jeglichem Dialog, obgleich man nie Kriege gegeneinander geführt hatte. Die tunesische Regierung unterstrich sogar formell, sie sei an diplomatischen Beziehungen zu Israel nicht interessiert. Auch der Umstand, dass andere arabische Staaten mittels bilateraler Abkommen den Bann zu Israel gebrochen hätten, würde Tunesien nicht davon abbringen, seine Position zugunsten der Palästinenser aufzugeben.




















































