Donnerstag, 19.05.2022 23:39 Uhr

Lesung der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes

Verantwortlicher Autor: Carlo Marino Rom/Berlin , 12.05.2022, 17:05 Uhr
Presse-Ressort von: Dr. Carlo Marino Bericht 1782x gelesen

Rom/Berlin [ENA] Heute findet im Bundestag die erste Lesung der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Rahmen des sogenannten Osterpakets statt. Das Hauptstadtbüro Bioenergie (HBB) setzt nun auf die Tatkraft der Abgeordneten des Bundestages, um die großen und nachhaltigen Bioenergiepotenziale nicht aufs Spiel zu setzten und dem Klimawandel sowie geopolitischen Spannungen entgegenzuwirken.

Im „Hauptstadtbüro Bioenergie“ bündeln vier Verbände ihre Kompetenzen und Ressourcen im Bereich Energiepolitik: der Bundesverband Bioenergie e.V. (BBE), der Deutsche Bauernverband e.V. (DBV), der Fachverband Biogas e.V. (FvB) und der Fachverband Holzenergie (FVH). Gemeinsam bilden sie die gesamte Bioenergiebranche ab von Land- und Forstwirten, Anlagen- und Maschinenbauern, Energieversorgern bis hin zu Betreibern und Planern.

Das Hauptstadtbüro Bioenergie verleiht den vielen unterschiedlichen Akteuren und verschiedenen Technologien der Bioenergiewirtschaft eine gemeinsame starke Stimme gegenüber der Politik. Insbesondere in den Sektoren Strom und Wärme setzt es sich technologieübergreifend für die energiepolitischen Belange seiner Trägerverbände ein. Im Kontakt mit politischen Entscheidungsträgern kann das Hauptstadtbüro Bioenergie auf ein breites Unterstützernetzwerk zurückgreifen und kooperiert insbesondere mit dem Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE)

Sandra Rostek, Leiterin des Hauptstadtbüros, kommentiert im Namen der Verbändegemeinschaft: „Der aktuelle EEG-Entwurf gefährdet den Weiterbetrieb tausender landwirtschaftlicher Biogasanlagen. Die großen nachhaltigen Bioenergiepotenziale, die nicht nur in der aktuellen Krisensituation, sondern auch grundsätzlich für die Erreichung unserer Klimaziele dringend gebraucht werden, werden aufs Spiel gesetzt. Es ist absolut nicht nachvollziehbar, dass die Bundesregierung als Ersatz für russisches Erdgas aktuell fossile Energieträge wie Kohle und LNG in großem Stile einkauft, während sie gleichzeitig dutzende Terrawattstunden grüner Energie in Deutschland zur Disposition stellt.

Biogasanlagen mit Verstromung vor Ort und Holzheizkraftwerke stellen regelbare und flexible Leistung sowie klimaneutrale Wärme bereit und sparen so in großem Umfang Treibhausgase ein und ersetzten importierte fossile Brennstoffe. Leider werden diese Anlagen mit dem aktuellen EEG-Entwurf nicht adressiert. Um den Anlagenbestand weiterzuentwickeln und die nachhaltigen Biomassepotenziale zu heben, müssen sowohl eine wirtschaftliche Anschlussperspektive nach dem ersten Vergütungszeitraum geschaffen als auch die Umrüstung des Biogasanlagenbestands auf eine flexible Fahrweise weiter vorangetrieben werden.

Nicht zuletzt können im laufenden Gesetzgebungsverfahren auch die Weichen für eine bessere Energieversorgung im kommenden Winter gestellt werden. Viele tausend Biogasanlagen könnten ihre Gas- und Stromerzeugung kurzfristig erhöhen, um die Erdgasspeicher bereits im kommenden Winter zu entlasten, ebenso ließen sich bei Holzheizkraftwerken Stromerzeugungskapazitäten heben. Hierfür müssten bestimmte Restriktionen im EEG, aber auch im Baugesetzbuch und im Bundesimmissionsschutzgesetz befristet ausgesetzt werden.

Wir appellieren an die Abgeordneten des Bundestages, die dringend nötigen Anpassungen am EEG beherzt anzugehen und eine kraftvolle Energie- und Klimapolitik, die dem Ernst der Lage und der Bedeutung der Bioenergie angemessen ist, umzusetzen.“

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