Mittwoch, 19.12.2018 02:50 Uhr

Geförderter Wohnbau in Wien und das Ende einer Ära

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 23.06.2018, 23:10 Uhr
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Wien [ENA] Österreich hat sich nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem Sozialstaat entwickelt. Das war gut so, denn nach dem Krieg herrschte bittere Not und der wirtschaftliche Aufstieg hatte Priorität für Gesellschaft und Politik. Der Sozialstaat hatte die Aufgabe, den bedürftigen Österreichern unter die Arme zu greifen und ihnen das Lebensnotwendige zu ermöglichen. Dazu gehörte Wohnen, medizinische Betreuung oder Bildung.

Das hat auch einige Jahrzehnte gut funktioniert, wurde aber irgendwann von einem Turbokapitalismus vereinnahmt, sodass der österreichische Sozialstaat fast zu einer Einwanderungsbehörde mutierte. Kein Wunder also, dass in Wien heute schon über fünfzig Prozent Zuwanderer leben. Der Zuwanderungsdruck wird immer stärker wie die Asylkrise 2015 eindrucksvoll zeigte und ein Ende ist nicht in Sicht. Diese etwas vereinfachte Hintergrundinformation zeigt nichtsdestotrotz das Dilemma der neuen Regierung in Österreich. Bundeskanzler Sebastian Kurz stemmt sich gegen diese Entwicklung und versucht in der Aussen-und Innenpolitik Hebeln anzusetzen um diesen Prozess wenigstens zu verlangsamen.

Demgegenüber stehen starke politische Kräfte, die ohne weiteres das Land für eine zugewanderte Massengesellschaft freigegeben würden und sich dadurch Wohlstand, Veränderung und internationalen Einfluss erhoffen und die Probleme, die damit verbunden sind, als zweitrangig betrachten. In dieser angespannten politischen Lage werden leider auch viele "heilige Kühe" geschlachtet. Sowohl an den Krankenkassen als auch am sozialen Wohnbau wird gerüttelt. Die Mitervereinigung Wien weist darauf hin, dass es Regierungspläne gibt das Einkommen von Mietern im geförderten Wohnbau zu überwachen. In Berlin sei ein ähnlicher Versuch gescheitert meint Elke Hanel-Torsch von der Mietervereinigung und hat dort zu Problemvierteln geführt.

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