Montag, 20.08.2018 05:04 Uhr

Bargeld - Der Abschied ist nah.

Verantwortlicher Autor: Rolf Fischer Brüssel, 08.06.2018, 16:17 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Politik +++ Bericht 6038x gelesen
Bargeld in Europa
Bargeld in Europa  Bild: angelolucas. Pixabay. Frei

Brüssel [ENA] Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit, denken EU Politiker über die Abschaffung des Bargeldes nach. Als erster Schritt wird zurzeit über eine EU weite Bargeldobergrenze nachgedacht. Begründet wird das mit der effektiveren Kriminalitäts- und Terrorbekämpfung.

Circa 21 Milliarden Euro sind europaweit als Banknoten im Umlauf. Das weckt Begehrlichkeiten bei der Finanzwirtschaft und bei der Politik. Banken haben nur Kontrolle über das sogenannte Buchgeld. Das Bargeld entzieht sich weitgehend dem Zugriff und der Kontrolle durch die EU. Das Bargeld auf einen Schlag abzuschaffen, würde wahrscheinlich viel Widerstand bei den EU Bürgern erzeugen und so soll als erster Schritt eine EU weite Bargeldobergrenze eingeführt werden.

Bargeldobergrenzen sind keine Unbekannten.

In mehreren Ländern innerhalb der EU gibt es schon seit vielen Jahren eine Bargeldobergrenze. So können in Italien Bargeldgeschäfte maximal bis 3.000 Euro und in Frankreich bis 1.000 Euro getätigt werden. Der ehemalige deutsche Finanzminister, Wolfgang Schäuble, kann sich für Deutschland eine Bargeldobergrenze in Höhe von 5.000 Euro vorstellen. Auch die EU kann sich eine europaweite Obergrenze in dieser Höhe vorstellen.

Freiheit ade.

Viele Experten, die der Bargeldobergrenze kritisch gegenüberstehen, befürchten durch die Einführung einer europaweiten Obergrenze hohen Schaden für die europäische Wirtschaft. Die beabsichtigte Eindämmung von Kriminalität und Terror wird nicht wirken. Kriminelle und Terroristen werden andere Wege finden, ihre Geschäfte vor den Augen des Staates zu verbergen. Treffen wird es die Normalbürger, denen es unmöglich gemacht wird, anonyme Bargeschäfte, wie beispielsweise einen Gebrauchtwagenkauf, zu tätigen. Viele Menschen sehen die Bargeldobergrenze als einen Angriff auf ihre persönliche Freiheit.

Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Info.