Dienstag, 29.12.2020 18:48 Uhr

Studienteilnehmer mit Kontrollzwang gesucht

Verantwortlicher Autor: Universitätsklinikum Bonn (UKB) Bonn, 13.12.2020, 18:06 Uhr
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Bonn [ENA] Studienteilnehmer mit Kontrollzwang gesucht. Studie am Universitätsklinikum Bonn untersucht das Handlungsempfinden in einer virtuellen Umgebung. Habe ich den Herd ausgestellt?“: Menschen mit einem Kontrollzwang haben Zweifel daran, alltägliche Tätigkeiten korrekt durchgeführt zu haben. Eine Störung im subjektiven Empfinden, der Urheber der eigenen Handlung zu sein, wird als eine mögliche Ursache diskutiert.

Forscher der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Bonn wollen jetzt in einer virtuellen Umgebung untersuchen, wie sich deren so genannter "Sense of Agency" von nichtbetroffenen Personen unterscheidet. Für die Studie sucht die Spezialambulanz für Zwangsstörungen des Universitätsklinikums Bonn Menschen zwischen 18 und 65 Jahren, die unter einem Kontrollzwang leiden. Das Handlungsempfinden ist die Erfahrung, eine Aktion zu initiieren und zu kontrollieren. Es ist das Gefühl der „Autorenschaft“ eben den richtigen Knopf am Herd gedrückt zu haben. Jedoch führen Menschen, die unter Kontrollzwängen leiden, Tätigkeiten wie das Ausschalten elektrischer Geräte wiederholt aus.

„Sie bezweifeln zum einen, die Handlung korrekt durchgeführt zu haben, zum anderen befürchten sie, für etwaige negative Konsequenzen verantwortlich zu sein“, sagt Dr. Katharina Bey, Leiterin der Spezialambulanz für Zwangsstörung in der Bonner Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Dieser Zweifel geht oft mit einem individuellen Empfinden einher, die Aktion "noch nicht ganz richtig" ausgeführt zu haben und diese daher wiederholen zu müssen. Eine mögliche Ursache für das fehlende Gefühl, eine Handlung korrekt abgeschlossenen zu haben, könnte eine Veränderung des sogenannten "Sense of Agency" sein, also dem subjektiven Empfinden, der Urheber der eigenen Tätigkeit zu sein.

- Kontrollzwänge werden in einem virtuellen Szenario untersucht - An der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Bonn (Leitung: Prof. Dr. Alexandra Philipsen) soll jetzt eine Studie diesen Zusammenhang an einem virtuellen Herd unter die Lupe nehmen. „Virtual Reality beschreibt hierbei eine computergenerierte, künstliche Welt, die den Testpersonen mittels VR-Brille den subjektiven Eindruck einer dreidimensionalen Umgebung vermittelt. Bewegungen des Körpers und der Hände werden dabei weitgehend zeitsynchron und formgleich in die VR-Computersimulation übertragen“, sagt Dr. Niclas Braun, Leiter der Forschungsgruppe „Virtual Reality Therapy“ an der Bonner Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie.

Die Bonner Forscher erhoffen sich anhand der Testergebnisse, Kontrollzwänge besser zu verstehen und letztlich effektivere Behandlungsmöglichkeiten dafür entwickeln zu können. Zu der Teilnahme an der Studie sind Personen mit einem Kontrollzwang im Alter von 18 bis 65 Jahren eingeladen. Die Studie besteht aus dem Ausfüllen von Online-Fragebögen und einem Präsenztermin im VR-Labor.

Dort sollen die Testpersonen unter verschiedenen Bedingungen einen virtuellen Herd ausschalten. Durch gezielte Fragen sowie Aufnahme des Pulses und der Sympathikus-Aktivität während des Testes messen die Forscher, wie angespannt der jeweilige Studienteilnehmer ist. Der einmalige Termin dauert etwa zwei Stunden. Alle Teilnehmer erhalten die Möglichkeit einen Gutschein im Wert von 50, 25 oder 15 Euro zu gewinnen. Studieninteressierte können sich bei Anna Großmann unter der E-Mail: s4angro2@uni-bonn.de melden.

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