Kommt die Radfahrbrücke über die March?
Niderösterreich/Marchegg [ENA] Rund 70 Bewohner aus Marchegg/Breitensee kamen an die March um an einer Protestkundgebung gegen den 2017 beschlossenen Bau einer Radbrücke über den Grenzfluss in die Slovakei zu protestieren. Bis dato war es nach außen hin relativ ruhig um das Projekt.
Aber hinter den Kulissen wurde fleißig gearbeitet um den Bau doch noch zu verhindern. Die Vorgeschichte: 2017 wurde im Gemeinderat abgestimmt, ob eine Rad-Brücke über die March gebaut werden soll. Das Land NÖ plante damals in Dürnkrut und Marchegg Brücken in die Slovakei, wie auch die Krone damals berichtete. In beiden Gemeinden kam es zu einer Umfrage und beide hatten mehr Stimmen dagegen. Während man in Dürnkrut bei 42% Beteiligung das Projekt im Gemeinderat ablehnte kam es im Marchegger Gemeinderat zu einer positiven Abstimmung. Grund war die schwache Beteiligung von nur 30%.
Jetzt ist Baubeginn des 4,75 Millionen Euro-Projektes quer über eine der letzten Hutweiden Österreichs. Pflöcke zeigen den Radweg und wo die Brücke hingebaut wird. „Geplant ist eine Brücke quer über dieses Gebiet in die Slowakei. Wobei zahlreiche Tierarten bedroht werden. Das negative Ergebnis der Bürgerbefragung wird vom Bürgermeister ignoriert, der BH-Bescheid wurde dem Gemeinderat nicht ausgehändigt. Das ist ein umwelt- und demokratiepolitischer Skandal“, ärgern sich die Gegner mit Stadtrat Georg Steiner (Grüne) und Franz Hubek. Sie glauben dass eine Radfähre den gleichen Zweck erfüllt hätte!
Zahlreiche Menschen aus allen politischen Richtungen versammelten sich in Marchegg an der March um gegen den Baustart einer „Mega-Brücke“ quer durch ein Natura-2000-Schutzgebiet zu protestieren. 4,75 Mio. Euro soll diese kosten, obwohl das Gebiet zuletzt erst um 3 Mio. Euro renaturiert wurde, beides mit EU-Geldern. Franz Hubek: „Die Brücke führt auf Slowakischer Seite aber ins Nichts. Eine negative Bürgerbefragung wurde ignoriert, Gemeindevertretern wurden wichtige Bescheide und Dokumente nicht fristgerecht ausgehändigt. Noch gibt es Chancen, durch Druck aus der Bevölkerung Bürgermeister Gernot Haupt (gemeinde@marchegg.at) von besseren Lösungen zu überzeugen.
Der Kampf gegen diese Naturzerstörung hat heute begonnen“. Als bessere Lösung können sich die Brückengegner eine Fähre vorstellen. Ganz anders sieht naturgemäß Bürgermeister Gernot Haupt die Situation um den Brückenbau. Er bezeichnet das Projekt als völkerverbindend und es würde keinen stören. „In den Kosten sind auch der Radweg von der Stadt zum Bahnhof inbegriffen. Wir haben grünes Licht und die Arbeiten sollten schon beginnen. „Ein Zusammentreffen mit unseren Nachbarn ist derzeit Coronabedingt nicht möglich“, so Haupt abschließend.




















































