Samstag, 17.11.2018 14:36 Uhr

Die GöVB in Göttingen Busfahrten der etwas anderen Art

Verantwortlicher Autor: Uwe Hildebrandt Göttingen, 07.11.2018, 01:29 Uhr
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Stadtbusse im Wandel der Zeit
Stadtbusse im Wandel der Zeit  Bild: fotoART by Thommy Weiss www.pixelio.de

Göttingen [ENA] 1927 startet die GöVB in Göttingen mit 3 Buslinien und 70 Haltestellen, 90 Jahre später im Jahr 2017 feiert die Institution das Jubiläum und verfügt über eine rund 95 Bussen starke Fahrflotte modernster Art, aufgeteilt in 47 Einzelbusse und 45 Gelenkbusse.

Was es jetzt noch zu verbessern gilt, ist für 2018 geplant: Die sogenannten Plug-in-Hybridbusse. Im April 2018 ist es soweit: Auf einer Fahrtroute werden die ersten 3 Hybridbusse eingesetzt, schnelles Aufladen garantiert. Bis hierhin rundum eine Erfolgsgeschichte, doch es gibt auch Schattenseiten, die insbesondere die Stammfahrgäste wie Berufspendler und Rentner betreffen, da diese oft eine Monatskarte oder gar eine Jahreskarte besitzen. Denn leider ist es in Göttingen zur Gewohnheit geworden, in den letzten Jahren immer wieder die Preise anzuheben.

Jetzt kann man dazu sagen, das ist überall so; aber die Gründe sind in Göttingen doch besonders. So wurde zum Beispiel im Mai 2017 die vorletzte Preiserhöhung (die letzte war im August 2018) unter anderem mit Kosten für Gutachten, Planung und Schulung von Werkspersonal für den Einsatz von Elektrobussen begründet. Aha, aber diese Elektrobusse wurden erst ab April 2018, also fast 1 Jahr später, eingesetzt. Und nach kurzer Zeit schon der erste längerfristige Ausfall eines Elektrobusses, aber bei den günstigen Anschaffungskosten von nur 430.000 Euro für einen normalen Elektrobus oder gar 700.000 Euro für einen Gelenkbus ja auch klar.

Dazu kommen seltsame Beschlüsse, die in der Stadt Göttingen und Ihren Gremien Ihren Ursprung haben. In mehreren Bussen wird während der Fahrt Musik abgespielt, es soll der Entspannung während der Fahrt dienen. Wenn das aber so wichtig ist, warum dann nur in wenigen Bussen ? Vielleicht sind ja manche Fahrten weniger anstrengend ? Man weiß es nicht. Eine der größten Humbugideen von der SPD Fraktion Götttingen angeregt ist die Einführung von mobilem Internetanschluß in den Bussen. Damit die Fahrgäste auch während der Fahrt ungestört Ihren Aktienkäufen, Twitter- und Instagrammaccounts bedienen können oder schonmal die Emails lesen können.

Denn die Begründung für die Wichtigkeit und Einführung des Internets lautet: Die Fahrgäste könnten sonst nicht während der Fahrt am öffentlichen Leben teilnehmen. Wie jetzt ? Was haben denn die armen Fahrgäste sonst gemacht ? Haben die womöglich Ihre eigenen Simkarten in den Handys verwendet, die 95 % aller Fahrgäste mit Handys haben und damit auch einen Internetzugang im Bus oder womöglich gar kein Internet während der Fahrt verwenden wollen ? Das könnte man natürlich gar nicht verstehen denn bei den extrem langen Fahrzeiten von durchschnittlich 15 – 20 Minuten eigentlich undenkbar.

Das der öffentliche Nahverkehr in Sachen Bus in der Regel ein defizitärer Posten beim Haushalt der betreffenden Städte ist, ist klar. Aber in Göttingen scheint das eigentlich nicht weiter zu interessieren, denn neben diesen ganzen neunen Errungenschaften hat man dann auch gleich an den Studentenpreisen rumgebastelt: Während die Studenten in früheren Jahren eine Ermäßigung auf den Fahrpreis erhielten, ist in der heutigen Zeit die Fahrt fast kostenlos: Während für Normalfahrgäste im günstigsten Fall 42.50 Euro über den Jahrespreis pro Monat fällig werden, fahren Studenten für rund 4.60 Euro – im MONAT.

Dazu kommt das die Studentenkarte auch für weiter entlegende Orte gültig ist, während normale Fahrgäste nicht etwa wie in zurückliegenden Zeiten einen Aufpreis zahlen mußten für die Reststrecke, wo die Fahrkarte nicht gilt; nein, man muß den Komplettpreis der Fahrt voll entrichten. Aber Service wird eben groß geschrieben – wenn auch nicht immer, so passiert in den letzten Tagen. Da fallen dann schon mal für ein paar Tage einfach Busse weg, auch wenn morgens die Berufspendler an der Bushaltestelle stehen. Informationen an der Bushaltestelle Fehlanzeige, über die Internetseite des GöVB erfährt man dann von einem hohen Krankheitsstand und der Unmöglichkeit alle Buslinien komplett zu belegen.

Welche Busse oder Fahrzeiten dann aber nicht bedient werden, das steht sozusagen nur auszugsweise auf der Webseite, so von Fahrgästen berichtet. Was nützt es auch, wenn man an der Bushaltestelle steht und gar nicht weiß, das und warum man ins Internet gehen soll. Da steht man eben mal 45 Minuten bis doch wieder ein Bus erscheint. Und das nächste Problem scheint schon an der Tür zu stehen: Es sollen ja in Kürze viele der Fahrer in Rente gehen, und da entsteht eine neue Lücke.

Deshalb suche man händeringend nach Fahrern, auch solchen, die noch ausgebildet werden können. Komisch, auf der Internetseite des GöVB unter Stellenanzeigen nur Jobangebote für Auszubildende als Berufskraftfahrer gesucht, Stand 05.11.2018.

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