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Zwei Titus-Bögen in Rom

Verantwortlicher Autor: Carlo Marino Rom, 23.03.2017, 12:20 Uhr
Presse-Ressort von: Dr. Carlo Marino Bericht 5874x gelesen

Rom [ENA] Die Archäologen in Rom haben die Überreste eines zweiten Triumphbogens, der dem Kaiser Titus gewidmet ist, und seinen Erfolg bei der Niederlegung des großen Aufstandes der Juden im ersten Jahrhundert n. Chr. gegraben. Der Bogen war zwischen den Tribünen des Zirkus Maximus, der früheste und gröβte Bau für die Unterhaltung des Volkes der das ganze Tal zwischen Palatin und Aventin ausfüllte.

Die Fundamente des als Eingangstor in der Mittelachse der Kurve dienenden Triumphbogens des Tutus, der ihm 80 n. Chr. als Ehrung für die Eroberung Jerusalems errichtet wurde, wurden 1936 freigelegt. Es ist weniger als einen Kilometer von dem berühmten Titus-Bogen der am Beginn der Via Sacra wurde, wie die Dedikationsinschrift zeigt, dem Divus Titus, dem vergöttlichtenTitus geweiht. Der Bogen zeigt auch die im Triumphzug mitgeführten Beutestücke aus dem Tempel von Jerusalem, u. a. den siebenarmigen Leuchter, den Tisch der Schaubrote und die Silbertrompeten nach dem Fall von Jerusalem in 70 n. Chr.

Die Entdeckung des zweiten Bogens bietet einen Einblick in das politische Klima des späten ersten Jahrhunderts und die Arbeit der kaiserlichen Propagandamaschine. Während die römischen Führer und Generäle sich über ihre Erfolge in der Schlacht verehren ließen, konnten sich die Archäologen nicht an einen anderen Fall von zwei Bögen erinnern, die gebaut wurden, um denselben Sieg zu feiern. Domitian, verzweifelt nach Respekt suchte. Beide Bögen waren um 82 n. Chr. von Titus Bruder und Nachfolger Domitian errichtet wurden.

Gerüchte, die Domitian in Titus 'plötzlichem Tod‘ durch ein mysteriöses Fieber verwickelte, waren nie bewiesen, aber was ist sicher, ist dass der junge Kaiser das natürliche Charisma und die militärische Aufzeichnung seines Bruders und ihres Vaters Vespasian fehlte. Unter den flavischen Kaisern (der von Vespasian gegründeten Dynastie) und besonders unter Domitian wurde die Propagandamaschine durch Bau- und Infrastrukturprojekte, vor allem an sehr symbolischen Orten wie dem Circus Maximus, durchgeführt. Der zweite Bogen des Titus, als monumentaler Eingang zum Zirkus Maximus fungierte und in Prozessionen und militärischen Paraden verwendet wurde.

Tatsächlich hatten die Gelehrten längst die Existenz des zweiten Titus- Bogen, aus Darstellungen in alten Karten und römischer Kunst, vermutet, aber ihre Überreste kamen nur über eine jahrzehntelange archäologische Grabung am südlichen Ende des Zirkus Maximus. Experten haben jetzt eine gute Vorstellung davon, wie der Bogen ausgesehen hätte. Bei einer Breite von 17 Metern und einer Höhe von mehr als 10 Metern war der massive Dreifachbogen viel größer als sein einzelnes Gegenstück auf dem Palatin.

Geschmückt mit einer Bronzestatue von Titus, die einen Vier-Pferd-Wagen antreibt, genau wie die, die im Zirkus rannten, war es der erste große Anblick für Besucher, die aus dem Süden in die Stadt eintraten, und ein wichtiges Symbol, darunter militärische Paraden und religiöse Prozessionen passieren würden. Die beiden Bögen hätten etwas andere Zwecke gehabt: Die eine auf dem Palatine war mehr ein Denkmal für Titus, der seine Post-mortem-Vergötterung markierte. Der Bogen im Zirkus "war ein richtiger Triumphbogen", der seinen Sieg über die Juden gedenkt.

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