Samstag, 29.02.2020 08:13 Uhr

Training Humans: Die Ausstellung in Mailand

Verantwortlicher Autor: Carlo Marino Rom/Mailand, 18.12.2019, 12:26 Uhr
Presse-Ressort von: Dr. Carlo Marino Bericht 4582x gelesen

Rom/Mailand [ENA] Bis zum 24. Februar 2020 ist es möglich die Ausstellung "Training Humans" im Observatorium der Fondazione Prada (Galleria Vittorio Emanuele, Mailand) zu besuchen und mehr über die Welt der künstlichen Intelligenz zu erfahren. Die Ausstellung wurde von Kate Crawford, Professorin und Wissenschaftlerin auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz, und Trevor Paglen, Künstler und Forscher kuratiert.

Die beiden Forscher konzipierten die Ausstellung als eine Reise in den technologischen Fortschritt, der seit den 1960er Jahren kontinuierlich gestiegen ist. Es ist die erste große Fotoausstellung, die sich Bildern des "Trainings" widmet und die Frage beantwortet, wie man künstliche Intelligenz lehrt die Welt "sehen und klassifizieren". Diese Forschung zeigt, dass öffentliche und private Subjekte persönliche Bilder, die online geteilt werden, als Rohmaterial für die Klassifizierung und Überwachung von Personen normalerweise benutzen.

Das Publikum hat die Möglichkeit, die in unserer Gesellschaft verbreiteten Technologien der künstlichen Intelligenz wie Gesichtserkennung und Gang, biometrische Überwachung und sogar die Erfassung von Emotionen aus dem Blickwinkel zu beobachten. Hunderte von Bildern wurden analysiert, um die internen Prozesse dieser "Motoren des Sehens" zu verstehen, ausgehend von Arbeiten, die bereits in den 1960er Jahren in Zusammenarbeit mit den wichtigsten Universitäten der Welt begonnen wurden. Die Hypothese basiert auf gründlichen Experimenten, dass sich in den letzten zehn Jahren das Verhältnis zwischen Menschen, Fotografien und Bildaufnahmetechnologien radikal verändert hat.

In der Ausstellung die ersten Sammlungen von Trainingsbildern die sich auf Menschen konzentrieren ausgestellt werden. Im ersten Stock des Observatoriums zeigt die Dokumentation Datensätze zur Gesichtserkennung oder zum Studium der Gangart der Menschen. Und dann wieder Fingerabdrücke, Iris-Scans, Fingeradern und laut rezitierte Texte. Columbia Gaze (2013) ist die ausgestellte Arbeit, die 5.880 Fotografien sammelt, in denen 56 Personen in verschiedenen Positionen des Kopfes posieren und den Blick in verschiedene Richtungen lenken (zur Untersuchung der Blickerkennung). Künstliche Intelligenz und Computer Vision beeinflussen heutzutage unsere Weltsicht und die Art, wie andere uns sehen, tiefgreifend.

Algorithmensysteme gibt es überall: von Schulen und Krankenhäusern bis hin zu Flughäfen und militärischen Umgebungen. Gesichter und Gesten werden automatisch erkannt und basieren auf Alter, Rasse, Geschlecht, aber auch Emotionen und psychischer Gesundheit. Mit dem Aufkommen des Internets und der sozialen Medien wurde die KI hat Milliarden von Bildern zur Verfügung. Im zweiten Stock enthält der Selfie-Datensatz, der an der Universität von Zentralflorida erstellt wurde, über 40.000 Fotos, die auf Instagram gesammelt und in Kategorien unterteilt wurden. Er basiert auf Alter, Geschlecht und Rasse, einschließlich Gesichtsform, Gesichtsausdruck, Farbe und Schnitt von Haaren, Accessoires und Licht.

Dies zeigt, wie die Klassifizierung aktueller Menschen durch KI-Systeme zunehmend komplexer und invasiver geworden ist, meist ohne die Zustimmung der Dargestellten. Bereits 2013 machte eine bekannte Supermarktkette in England mit der Einführung von Werbetafeln, auf denen Männer, Frauen, Jung und Alt erkannt werden können, auf sich aufmerksam, um wie im Film "Minority Report" in Echtzeit gezielt zu werben. In der Praxis handelte es sich um LCD-Bildschirme mit Mikrokameras, die das Gesicht derjenigen scannen konnten, die sie betrachteten. Eine Software, die das Geschlecht und das ungefähre Alter des Betrachters erkennt und so die angezeigte Werbung ändert.

Die Ausstellung im Observatorium von Fondazione Prada schließt für den Besucher mit dem "Test des Feuers" der Gesichtserkennung dank einiger Bildschirme, die das Bild widerspiegeln. Die Studie wurde von Forschern von Facebook und Amazon entwickelt, um das Alter, das Geschlecht und den emotionalen Zustand der Gesichter zu schätzen.

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