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Haegue Yang VIP’s Union im Kunsthaus Graz

Verantwortlicher Autor: Carlo Marino Graz/Rom, 24.01.2018, 08:45 Uhr
Presse-Ressort von: Dr. Carlo Marino Bericht 6206x gelesen

Graz/Rom [ENA] VIP’s Union im Kunsthaus Graz geht im Februar 2018 in seine zweite Phase. Die 33jährige koreanische Künstlerin Haegue Yang, die in Berlin und Seoul lebt, hat sich mit dieser Anfrage: „Wodurch definiert sich die gesellschaftliche Bedeutung der VIPs und wie steht eine Kunstinstitution dazu?“ befasst und VIP’s Union im Jahr 2001 konzipiert. Diese Ausstellung ist von Barbara Steiner und Katrin Bucher Trantow Kuratiert.

Für die Verwirklichung von VIP’s Union im Kunsthaus Graz bat Künstlerin Haegue Yang „very important persons“ aus Stadt und Land einen Stuhl oder Tisch ihrer Wahl als Leihgabe zur Verfügung zu stellen. Yangs Werke wurden bei bedeutenden Ausstellungen gezeigt, u. a. Lingering Nous, Centre Pompidou, Paris (2016); An Opaque Wind Park in Six Folds, Serralves Museum of Contemporary Art, Porto (2016); The Malady of Death: Écrire and Lire (commissioned by M+), Hong Kong (2015); Shooting the Elephant, Thinking the Elephant, Leeum, Samsung Museum of Art, Seoul (2015); Come Shower or Shine, It Is Equally Blissful, Ullens Center for Contemporary Arts UCCA, Beijing (2015);

Family of Equivocations, Museum of Modern and Contemporary Art, Strasbourg (2013); Accommodating the Epic Dispersion, Haus der Kunst, München (2012); Arrivals, Kunsthaus Bregenz (2011); Voice and Wind, New Museum, New York (2010); und Asymmetric Equality, REDCAT, Los Angeles (2008). Außerdem waren ihre Arbeiten Teil der 13. Biennale von Lyon (2015), der Sharjah Bienniale 12 (2015), der dOCUMENTA (13) in Kassel (2012), der 8. Gwangju Biennale in Südkorea (2010) sowie der 53. Biennale in Venedig (2009). Das Medium der koreanische Künstlerin Haegue Yang ist das Readymade: Sie baut Installationen aus Alltagsgegenständen und setzt sie in einen neuen Kontext.

In "My favourite artwork", zum Beispiel, stellt sie ihr Lieblingskunstwerk von Sophie Taeuber-Arp vor: den "Coup Dada". Um zu testen, ob er auch im öffentlichen Raum gleich bleiben kann, lässt sie ihn fliegen. In VIP’s Union im Kunsthaus Graz handelt es sich um Personen, die mit der Institution auf sehr verschiedene Weise in enger Beziehung stehen oder stehen werden. So haben etwa der Grazer Bürgermeister und der steirische Kulturlandesrat wie auch Mitglieder des Freundesvereins moderner und zeitgenössischer Kunst, des Kuratoriums, des Aufsichtsrats, mit dem Kunsthaus verbundene Künstler/innen und Kooperationspartner/innen Möbel zur Verfügung gestellt.

Auf diese Weise entwickelt sich eine Art kollektives Porträt des Kunsthauses auf, das sich aus vielen etlichen Elementen speist. Zusammen wird ein gleichsam abstraktes, aber auch sehr konkretes Bild der Kulturlandschaft von Graz und der Steiermark geschaffen. Von der Künstlerin arrangiert, wird die Präsentation von VIP’s Union aus zwei Phasen bestehen. Zuerst, ab dem 22. Juni 2017, sind die Möbel im ganzen Haus zu sehen. Der „VIP Room“ verwandelt sich in einen Raum, der nicht nur von einigen wenigen VIPs genutzt werden kann, sondern allen Besucherinnen und Besuchern zur Verfügung steht.

In der zweiten Phase, vom 15. Februar bis 2. April 2018, bilden eine Ausstellung im Space02 und eine Katalog-Edition den Abschluss des Projekts. VIP’s Union in Graz steht mit früheren Präsentationen dieser Serie in Verbindung, die in Berlin, Bristol, Antwerpen, Bonn und Seoul durchführt wurden. Das Werk von Haegue Yang erforscht die emotionale Kraft von Materialien: Ihre Arbeiten wischen Zuschreibungen zwischen Moderne und Vormoderne aus. Sie agieren aus einem Vokabular visueller Abstraktion heraus, wo industrielle Produktion sich mit Handwerkskunst vereinigt.

Yangs Arbeiten zeigen kontinuierliche Referenzen an Kunstgeschichte, Geschichte, Literatur und politischen Biografien und nutzen dabei verborgene soziale Strukturen, die immer wieder Formen unterschiedlicher Gemeinschaften evozieren und dabei auf wiederkehrende Themen wie Migration, postkoloniale Diaspora, forciertes Exil und soziale Mobilität bedenken. Indem die Künstlerin alltägliche Kontexte auf unspektakuläre Weise verschiebt und mit privaten Aspekten verbindet, gelingt es ihr, den Blick auf konventionelle Demarkationen zwischen Kunst und Realität hinaus zu beherrschen und in beiden Bereichen eine Fremdheit spürbar werden zu lassen, deren Erlebnis über die bloße Blick hinausgeht.

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