Dienstag, 23.10.2018 11:13 Uhr

Dürer und die Renaissance

Verantwortlicher Autor: Carlo Marino Rom/Mailand, 22.02.2018, 11:04 Uhr
Presse-Ressort von: Dr. Carlo Marino Bericht 5905x gelesen

Rom/Mailand [ENA] „Dürer und die Renaissance zwischen Deutschland und Italien“ ist der Titel der Ausstellung zum Künstler Albrecht Dürer (21. Mai 1471 in Nürnberg; † 6. April 1528 ebenda), die kann man ab februar 2018 im Palazzo Reale in Mailand besuchen. Der Name Dürer leitet sich vom ungarischen Ajtósi ab. Albrecht Dürer der Ältere, der aus dem Dorf Ajtós in der Nähe der Stadt Gyula in Ungarn stammte, ist in Ungarn unter diesem Namen (Ajtósi Dürer Albrecht) bekannt. In Deutschland nannte er sich anfangs Thürer (= Türmacher), was auf Ungarisch ajtós heißt (ajtó = Tür).

Das von Kuratoren als Symbol der Ausstellung gewählte Gemälde ist das Porträt das „Brustbild einer jungen Venezianerin“, ein auf 1505 datiertes Ölgemälde auf Ulmenholz, das im Kunsthistorischen Museum in Wien aufbewahrt wird: ein Meisterwerk, das die starke Verbindung zwischen deutscher und norditalienischer Kunst bestätigt. Im Jahr 1505 unternahm er eine beweisbare Reise nach Venedig, wo damals die größten Renaissancemaler der venezianischen Schule: Tizian, Giorgione, Palma il Vecchio, tätig waren. Vor allen aber beeindruckte ihn Giovanni Bellini, den er in einem Brief als den „pest in gemell“ (Bester in der Malerei) lobte.

Wenn ihn sein ernstes Studium, sein Fleiß und seine Einsicht schon früher in der Heimat den Wert der Korrektheit der Zeichnung und eine wahre Naturauffassung schätzen lehrten, so sah er hier eine großartige Kraft und Tiefe des Kolorits, die tiefgreifend auf ihn beeinflussten. Die deutschen Kaufleute in Venedig, deren Oberältester Jakob Fugger aus Augsburg war, bestellten für die Bartholomäuskirche ein großes Bild, das Rosenkranzfest, welches Kaiser Rudolf II. später für eine große Summe erwarb und von vier Männern nach Prag tragen ließ, wo es sich jetzt in der Národní Galerie (Nationalgalerie) befindet (zuvor im dortigen Kloster Strahov).

Mit einer Auswahl von 12 Gemälden, drei Aquarellen und 60 Gravuren, Grafiken und Büchern zeigt die Ausstellung den gemeinschaftlichen Einfluss der italienischen und deutschen Kunst im 16. Jahrhundert. Es zeigt die Werke des Nürnberger Meisters neben denen von Zeitgenossen wie Lucas Cranach, Albrecht Altdorfer und Hans Baldung Grien in Deutschland; und Giorgione, Andrea Mantegna, Leonardo da Vinci, Andrea Solario, Giovanni Bellini und Tizian in Italien. Ein Teil der Ausstellung beschäftigt sich mit der Erforschung der Beziehungen zwischen Geometrie, Natur und dem Individuum.

Die Ausstellung kann bis zum 24. Juni besichtigt werden. Der Palazzo Reale, der Königspalast aus dem 18. Jahrhundert, ist eine der wichtigen touristischen Sehenswürdigkeiten Mailands. Das historische Gebäude war einst die Residenz von Maria Theresia, Napoleon und Ferdinand I. In Auftrag gegeben wurde der Königspalast im Jahr 1769. Sein heutiges Aussehen verdankt er jedoch einer Restaurierung durch den Architekten Giuseppe Piermarini. Derselbe Architekt, der die Skizzen für das Theater La Scala erstellt hat, gab dem Palast sein neoklassizistisches Aussehen.

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