Dienstag, 23.10.2018 07:55 Uhr

Drei Schriftsteller für den Start des Literaturfestivals

Verantwortlicher Autor: Carlo Marino Rom, 08.06.2018, 10:31 Uhr
Presse-Ressort von: Dr. Carlo Marino Bericht 4595x gelesen

Rom [ENA] Das Festival Letterature 2018 wurde am 7. Juni in der Basilika von Maxentius ,das an der heutigen Forum Romanum liegt, eingeweiht. Drei Schriftsteller das berühmte literarische Ereignis in Rom eröffneten: Gianrico Carofiglio, Tara Westover und Aurelio Picca. Im Mittelpunkt der Festivalausgabe sind die Worte. Die Verwendung von Wörtern, die ihre Bedeutung definiert, ist das Leitmotiv für die eingeladenen Autoren.

Gianrico Carofiglio

Vor den Lesungen der drei Schriftsteller gab es eine herzliche Anerkennung an den türkischen Schriftsteller im Gefängnis gehalten Ahmet Altan.Gianrico Carofiglio, geboren 1961 in Bari, arbeitete als Anti-Mafia-Staatsanwalt in seiner Heimatstadt. Bisher sind von ihm drei Romane erschienen, davon zwei um den interessanten und sympathischen Anwalt Guido Guerrieri. Alle drei Bücher standen viele Monate lang auf den italienischen Bestsellerlisten und erreichten eine Gesamtauflage von über einer halben Million Exemplaren. Die Auslandsrechte seiner Romane wurden bisher in 16 Länder verkauft, seine Bücher wurden für das italienische Fernsehen verfilmt, und er hat zahlreiche literarische Preise bekommen, darunter den renommierten Premio Bancarella.

Von den Bergen Idahos nach Rom: Tara Westover. Tara Westover war 17 Jahre alt, als sie zum ersten Mal eine Schulklasse eintritt. Zehn Jahre später konnte sie eine glänzende akademische Laufbahn vorzeigen. Aufgewachsen im ländlichen Amerika, emanzipierte sie sich aus einer armen, archaischen und von Paranoia und Gewalt eingeprägten Welt durch Bildung, durch das Sichaneignen von Wissen, das ihr so lange verboten worden war. Die Berge Idahos waren Taras Heimat, sie lebte als Kind in Unisono mit der grandiosen Natur, mit dem Wechsel der Jahreszeiten – und mit den Gesetzen, die ihr Vater fixierte.

Er war ein fundamentalistischer Mormone, vom künftigen Ende der Welt überzeugt und voller Hintergedanken gegenüber dem Staat, von dem er sich verfolgt sieht. Tara und ihre Geschwister gingen nicht zur Schule, sie hatten keine Geburtsurkunden, und ein Arzt wurde selbst bei fürchterlichsten Verletzungen nicht gerufen. Und häufig die Kinder gezwungen waren bei der schweren Arbeit auf Vaters Schrottplatz helfen. Taras Mutter, die einzige Hebamme in der Gegend, heilte die Wunden mit ihren Kräutern. Nichts war dieser Welt ferner als Bildung. Und doch fand Tara die Kraft, sich auf die Aufnahmeprüfung fürs College vorzubereiten, auch wenn sie quasi bei null beginnen musste.

Wie Tara Westover sich aus dieser Welt errettete, eigentlich erst einmal ein Selbstbewusstsein entwickelte, um den schmerzlichen Entfernungsprozess von ihrer Familie erfüllen zu können, das beschreibt sie in einem ergreifenden und wunderbar poetischen Buch: Befreit. Aurelio Picca, geboren 1960, Schriftsteller und Dichter, begann seine Karriere mit der Sammlung von Gedichten „Zur Bestrafung“ im Jahr 1990. Nach der Veröffentlichung von Geschichten und Romane, gewann er zwischen 1995 und 2016 die Preise Flaiano und Hemingway. Mit dem Herausgeber Einaudi veröffentlichte er 2018 „Das zerstörte Arsenale von Roma, das Porträt Roms, wie man es noch nie gesehen hat“. Aurelio Picca ist auch ein italienischer Journalist.

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