Mittwoch, 19.12.2018 02:07 Uhr

Autovision, eine gelungene Kombination zwischen den Zeiten

Verantwortlicher Autor: Stefan Siedler Altlussheim, 23.11.2018, 11:32 Uhr
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Foyer
Foyer  Bild: Stefan Siedler

Altlussheim [ENA] Kennen Sie Altlussheim? Noch nie gehört? Aber die Gegend kennen Sie bestimmt. Hockenheimring z.B. und Neckarsulm ist auch nicht so weit davon entfernt. Dort befindet sich an der Hauptstraße die Stiftung Museum Autovision, das schon lange nicht nur wahre Perlen der Automobilgeschichte präsentiert.

Nach dem Betreten des Eingangsfoyers können sich die Besucher selbst entscheiden, mit welchen der 6 Bereiche sie beginnen wollen, die auf 3 Etagen verteilt sind. Da wäre rechts davon im Erdgeschoss stehen sehr gut erhaltene Vorkriegsmodelle, u.a. auch aus dem Haus NSU. Hier präsentiert sich die Entwicklung der Mobilität als gesamtes, aber doch individuell, wie Motorrad- und Fahrradgeschichte auf der Galerie erkennen lassen. Eine Etage tiefer taucht man dann schon ab in die NSU Welt der Nachkriegszeit. Die Entwicklung der Modelle von Fahrrädern, teilw. mit Hilfsmotor über Motorrädern hin zu den Kleinwagenserien des Neckarsulmer Autobauer. Schließlich noch ein paar schnittige Prototypen, dann kam die Übernahme durch die AUDI AG.

Bleibt der Besucher auf der unteren Etage erlebt er im Zwischengang etwas Einmaliges. Heute aktueller denn je streiten die Experten um die Zukunft des Antriebs. Nur wenige sind der Meinung, dem Verbrennungsmotor gehöre die Zukunft, wenn es gelinge, diesen zu modifizieren, zu verbessern. Doch genau das ist nicht neu, schon viele Jahre zuvor haben andere Tüftler geforscht und probiert, mit welchen Methoden es gelingt, ein paar Prozente mehr Wirkungsgrad aus den Verbrennungsmotoren zu kitzeln. Die bekanntesten unter ihnen Felix Wankel und Georg Elsbeth sind auch einer breiten Öffentlichkeit bekannt, aber das ist nur ein Teil der Daniel Düsentriebs vergangener Zeiten. Richtig und dauerhaft durchgesetzt haben sich keine.

Detroit Electric, Oma Ducks Auto

Was genau damit gemeint ist erfährt der Besucher in vielen Schautafeln. Im nächsten Raum riecht es nicht mehr nach Benzin oder Diesel. Der ist zum einen den Anfängen und der Zukunft der Mobilität auf Rädern gewidmet. Leider ganz versteckt, im hintersten Eck befindet sich ein Automobil, mit dem wohl jedes Kind in Kontakt gekommen sein muss. Carl Buck, ein Zeichner von Walt Disney und Schöpfer zahlreicher weltbekannten Figuren verpasste Dorette Duck, besser bekannt als Oma Duck einen fahrbaren Untersatz, dem der Detroit Electric auffallend ähnlich sieht! Oma Duck war also elektrisch unterwegs, das muss den Großneffen Tick, Trick und Truck und ihren zahlreichen Lesern wohl sehr gefallen haben.

In dieser Ausstellung dreht sich in einer einmaligen übersichtlichen Art und weise alles um die Möglichkeiten Strom in Batterien zu speichern. Dieser Strom kann u.a. auch von einer Brennstoffzelle stammen, „Wasserstoff-Bomber“ sind hier auch mit von der Partie. Die Aussteller versuchen hier diese so neutral wie möglich und für die Zukunft offen zu halten, so kommt der Aufwand der Wasserstoffproduktion und den damit verbundenen Wirkungsgraden zu kurz. Aber trotzdem hochinteressant, welche Gedanken sich unsere Ingenieure in der Vergangenheit machten, um eine Mobiliätswende einzuleiten. Trotz alle dem verläuft diese Wende äußerst schleppend.

So, dann geht’s wieder hoch ins Erdgeschoß, der Geruch von Benzol kommt wieder näher und schon dreht sich alles hier um den Drehkolbenmotor von Felix Wankel und der Werke, die auf die Antriebsart setzten: NSU und Mazda. Es ist die einzigste weltweit. Hier wird die Chronologie der Motoren ohne Pleuelstange vom rotierenden Umlaufmotor bis zur aktuellsten Kreiskolben Geschichte sichtbar. Wieder einen Raum weiter weht einem der Hauch von Bella Italia mit einer Prise Designergeschichte entgegen. Bugatti, 1 Motor, 1 Chassis, aber viele an Eleganz kaum zu überbietende Karosserieformen: die Bugatti-Baureihe T57, Außenspiegel an Außenspiegel, restauriert und vom Zahn der Zeit gezeichnet präsentieren sich die Fahrzeuge einmalig dem Besucher.

Für jeden Kenner ein unabdingbares Muss! Die Galerie drüber befindet sich die Sonderausstellung „Erfindungen rund um das sichere Automobil“. Sicherheitsglas, ABS, Airbag u.v.m. haben heute selbstverständlich in jedem Fahrzeug Einzug gefunden. Am Abschluss dieser Galerie geht alles zurück zum Anfang. Die ersten 4 Fahrzeuge der Welt sind hier Dauerparker! Von der ersten Tanke der Welt, von Paris bis Mannheim, alles erlebbar. Bis hierhin sind die Erwachsenen voll auf ihre Kosten gekommen, die Galerie in der Mitte ist den Ingenieuren und KFZ Mechatronikern von morgen gewidmet. Hier darf gedreht, gelenkt und geschoben werden. Einzelne Bauteile eines Automobils sehr gut erklärt. Ebenfalls wird drauf eingegangen, wie z.B. Albert Einstein

mit einfachen Erklärungen maßgeblichen Einfluss die Technik genommen hat. Und spätestens hier werden sie merken, wie schnell die Zeit vergehen kann. Gut 5 h, wenn nicht noch mehr, vergehen im wie im Flug. Zeit, die sie auch an der hauseigenen Stromladesäule nutzen können, vorausgesetzt Sie reisen mit dem Elektroauto an. Zwar keine Schnell-Ladesäule, aber das ist ja auch nicht der Zweck des Musemsbesuch. Museumsbesuch, genau – alle Jahre am Fronleichnam – findet das Museumsfest beliebten Anklang bei der Bevölkerung, das nächste ist am Do. 20.06.2019, spätestens hier, wenn Sie nichts vorhaben: der Spaß für Jung und Alt mit einem Faible für Automobiltechnik.

Zum Abschluss der Hinweis: dieser Bericht ersetzt in keiner Weise den Besuch der Stiftung Museum AUTOVISION- die Technologie-Arena, Adresse Hauptstr. 154 · 68804 Altlußheim (bei Hockenheim). Die Stiftung Museum AUTOVISION ist ganzjährig donnerstags, freitags und sonntags von 10:00 - 17:00 Uhr geöffnet sowie samstags von 13:00 - 17:00 Uhr. Mehr Infos vorab im Web unter http://www.museum-autovision.de/index.html, beachten Sie die besonderen Angebote für Schulklassen. Und jetzt noch viel Spass!

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